Salzburger Ärzteführer 2026

13 Krankenhäuser anfahren oder zwischen verschiedenenAmbulanzen hin- undher- geschickt werden. Das ist nicht nur be- lastend für die Betroffenen, sondern kos- tet auch viel Zeit und Geld. Ziel einer mo- dernen Patientenlenkung ist es, diese Irr- fahrten zu vermeiden. Stattdessen soll es klareWege geben: zuerst die Beratung über 1450 oder die Kontaktaufnahme beimHausarzt, danach – wenn nötig – gezielt weiter zu Spezialistinnen und Spezialisten oder ins Spital. Patientenkompetenz stärken Ein wichtiger Teil der Patientenlenkung ist Aufklärung. Viele wissen nicht genau, wanndieAmbulanzwirklich zuständig ist, welche Rolle der Hausarzt spielt oder welche Möglichkeiten es in der wohnort- nahen Versorgung gibt. Hier braucht es mehr Information: Kampagnen, die ein- fach erklären, wie man imKrankheitsfall richtig vorgeht. Wer weiß, dass er mit Fie- ber und Husten zuerst die Hausarztordi- nation kontaktieren soll, entlastet auto- matisch die Ambulanzen und sorgt für eine effizientere Behandlung. Beitrag der Ärztekammer Salzburg Die Ärztekammer Salzburg sieht ihre Auf- gabe nicht nur in der Interessenvertre- tung der Ärztinnen und Ärzte, sondern auch in der Mitgestaltung eines funktio- nierenden Gesundheitssystems. Dazu gehört es, gemeinsammit der Sozialver- sicherung und der Politik an Lösungen zu arbeiten. Beispiele sind dieWeiterent- wicklung der Hotline 1450, der hausärzt- liche Bereitschaftsdienst 141, der Aus- bau digitaler Terminplattformen, die För- derung neuer Versorgungsformen wie Primärversorgungseinheiten oder Grup- penpraxen sowie gezielte Aufklärungs- kampagnen für die Bevölkerung. Fazit Patientenlenkung ist kein Schlagwort, sondern eine Notwendigkeit, umdie me- dizinische Versorgung auch in Zukunft si- cherzustellen. Ein klarer erster Ansprech- partner, die richtige Nutzung der Telefon- nummern 1450 bzw. 141, die Stärkung der Hausärzte und verständliche Infor- mationen für die Bevölkerung können viel dazu beitragen, Wartezeiten zu verkür- zen, Überlastungen zu vermeiden und die Qualität der Versorgung hochzuhal- ten. Für die Patientinnen und Patienten bedeutet das: weniger Unsicherheit, weniger unnötigeWege, mehr Sicherheit und bessere Betreuung. Gastautor VPMRDr. Christoph Fürthauer Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte der Ärztekammer für Salzburg Die Nummer 1450 • rund umdie Uhr erreichbar • Ersteinschätzung durch geschulte Fachkräfte • klare Handlungsempfehlungen: Hausarzt, Facharzt oder Spital • hilft, unnötigeWege zu vermeiden Ihr Hausarzt – erste Anlaufstelle • kennt Krankengeschichte und Familie • schnelle, gezielte Behandlung • sinnvolleWeiterleitung, wenn nötig • bessere Betreuung durch langfristige Beziehung • Hausarztnotdienst Tel. 141, nachts, amWochenende und amFeiertag Krankenhaus nur imNotfall • akute, lebensbedrohliche Beschwerden • schwere Verletzungen oder Unfälle • alle anderen Fälle: zuerst 1450 oder Hausarzt Tipps für Patientinnen und Patienten • bei Unsicherheit: zuerst 1450 anru- fen oder Hausarztnotdienst Tel. 141 • für Routinekontrollen Termin beim Hausarzt oder Facharzt vereinbaren • Medikamente und Befunde zum Terminmitbringen • Ambulanz nur bei wirklichem Notfall nutzen Infos & Kontakt SN/ÄRZTEKAMMER

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