Salzburger Ärzteführer 2026

14 SALZBURGER ÄRZT INNEN UND ÄRZTE 2026 Telemedizin und E-Health – Medizin der Zukunft schon heute Darunter versteht manmedizinische Leis- tungen, die nicht unbedingt vor Ort in einer Ordination oder Klinik stattfinden, sondern mithilfe digitaler Technologien über Dis- tanz. Telemedizin gehört zumgroßen Feld von E-Health, also demEinsatz elektroni- scher Hilfsmittel und digitaler Lösungen im Gesundheitswesen. Wo Telemedizin bereits heute selbstverständlich ist Auch wenn der Begriff oft neu klingt, Telemedizin gibt es schon lange. Beispiele sind: • Telefonate mit Ärztinnen und Ärzten: Viele Patientinnen und Patienten klären Befunde oder Fragen seit Jahren telefonisch. • Telemonitoring: Beispielsweise können Menschenmit Herzschwächeoder Blut- hochdruckWerte wie Blutdruck, Puls oder Gewicht von zu Hause aus mes- sen. Die Daten werden automatisch an die Praxis oder ein Zentrumübermittelt. So erkennen Ärztinnen und Ärzte früh- zeitig Veränderungen und können rechtzeitig reagieren. Die moderne Medizin entwickelt sich stetig weiter. Ein Bereich, der in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen hat, ist die Telemedizin. • Radiologische Befundung: Bilder aus CT, MRT oder Röntgen werden oft digital verschickt. Fachärzte an einem anderen Standort beurteilen die Aufnahmen und erstellen Befunde – ein klassisches Bei- spiel für Telemedizin, das schon seit Jahrzehnten praktiziert wird. Vorteile für Patientinnen undPatienten Telemedizin kann den Zugang zur medizi- nischen Versorgung erleichtern, beson- ders in ländlichen Regionen oder wenn Wege weit undmühsam sind. AuchMen- schen, die nicht mobil sind, profitieren. Zu- dem lassen sich Kontrolltermine, die nur kurze Gespräche erfordern, leichter per Telefonoder Videocall erledigen. Das spart Zeit, Fahrtkosten und Stress. Ein weiterer Vorteil ist die kontinuierliche Betreuung: BeimTelemonitoring können Patientinnen und Patienten regelmäßig überwacht werden. Ärztinnen und Ärzte erhalten zeitnah Informationen und können Therapie undMedikamente anpassen. Das kann Krankenhausaufent- halte vermeiden und die Lebensqualität verbessern. Neue Formen der ärztlichen Kommunikation Neben Telefon und Videocall werden auch gesicherte Chat-Systeme oder spezielle Appszunehmendgenutzt.Über siekönnen Fragen gestellt, Rezepte verlängert oder Befunde übermittelt werden. Wichtig ist, dass die Kommunikation geschützt und vertraulich bleibt. Darauf achten Anbieter sowie Ärztinnen undÄrzte besonders. E-Health als Unterstützung imAlltag E-Health umfasst aber nicht nur Telemedi- zin im engeren Sinn. Dazu gehören auch elektronische Gesundheitsakten, digitale Impf- oder Mutter-Kind-Pässe undPro- gramme zur Erinnerung anMedikamen- teneinnahmen. Viele Patientinnen undPati- enten nutzen bereits Schrittzähler, Smart- watches oder Gesundheits-Apps, die Ak- tivität, Schlaf oder Herzfrequenz erfassen. SolcheDaten können – nach Zustimmung – in die ärztliche Betreuung einfließen. Blick in die Zukunft: KI Ein wichtiger Aspekt für die kommenden Jahre ist die künstliche Intelligenz (KI). KI-

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